Philipp Loewenfeld Recht und PolitikDer Palmsonntag 1919 war am 13. April. Eine Woche vorher hatte sich die erste Räte-Regierung gebildet, von der der Sozialdemokrat Philipp Loewenfeld schreibt:

„Bei meinem Eintritt in den Sitzungssaal war der Kongress bereits konstituiert, und hatte auch bereits einen Präsidenten, den Volksschullehrer Ernst Niekisch aus Augsburg. … In der sozialdemokratischen Fraktion fand ich viele neue Gesichter … aber auch viele Bekannte. … Rechtsanwalt Dr. Süßheim aus Nürnberg, Gymnasiallehrer Karl Gareis, … Die Gruppe des bayrischen Bauernbundes wurde von Gandorfer, Steiner und Kübler geführt … der Abgeordnete Eisenberger  … Auf dem linken Flügel Max Levien,  … Karl Weigel, … Erich Mühsam.  S. 242ff Philipp Loewenfeld

Palmsonntag 1919

Während sich München auf sein erstes Friedens-Ostern vorbereiten wollte, planten die Rechten einen Putsch, bei dem sie die Regierung festnehmen wollten und Zenzl Mühsam nach der „Verhaftung“ ihres Mannes telefonisch die meisten anderen Räte-Mitglieder warnen konnte.

„Angehörige der „Republikanischen Schutztruppe“ unter der Führung von Alfred von Seyffertitz dringen – entgegen der ursprünglichen Abmachung – gewaltsam in das „Wittelsbacher Palais“ ein und nehmen 13 Personen fest.

Darunter befinden sich acht Mitglieder des „Zentralrats“, wie die „Volksbeauftragten“ Dr. Franz Lipp und Fritz Soldmann, sowie der „Wohnungskommissar“ Dr. Arnold Wadler und der Münchner „Arbeiterrat“ Erich Mühsam.
Die Gefangenen werden sofort mit der Bahn nach Eichstätt gebracht und dort in der „Willibaldsburg“ inhaftiert.“ hartbrunner.de/fakten/

Erich Mühsam und … waren in Haft der „Regierung Hoffmann“genommen worden und somit aus dem Geschehen, doch verteidigten die Arbeiter auch den Hauptbahnhof gegen den Einmarsch der Putschisten.

Mehr dazu in www.raete-muenchen.de

Karsamstag 2017

Die damaligen Ostermärsche der Nachkriegszeit gegen die schon-wieder-Aufrüstung, nach dem immer noch Ruinen, Provisorien und Ersatzgebäude in den Städten standen, aber 1955 mit einer Lüge im Parlament die Wiederbewaffnung und die Eingliederung in den Westblock der Alliierten gegen Russland wieder den „Kampf gegen den Bolschewismus“ aufnahm. Es gab auch einen Toten, Opfer der übereifrigen rechten Polizei …

Ostermarsch mit Hintergrund: Marsch klingt auch blöd …

 


 www.muenchner-friedensbuendnis.de

Abrüsten für eine gerechtere Zukunft

Das Münchner Friedensbündnis ruft auf zum Ostermarsch am Samstag, 15. April 2017



direkt zum Aufruftext

Das Programm am 15. April 2017

  9:30 Uhr Ökumenischer Gottesdienst St. Markus, Gabelsbergerstr. 6 Uhrzeit korrigiert!
11:00 Uhr Auftakt am Stachus (Karlsplatz)
anschließend Demonstrationszug zum Max-Joseph-Platz
ca. 12:30 Uhr Kundgebung auf dem Max-Joseph-Platz – mit
Claudia Haydt, Informationsstelle Militarisierung (IMI) Tübingen
Moderation: Doro Weniger, GEW
dazu Infostände, Programm ab ca. 12:15 Uhr mit Musik und Ansage

Für eine Welt ohne Krieg, Militär und Gewalt!

Von Afghanistan über Jemen bis Mali finden wir heute Regionen der Perspektivlosigkeit, von Verwüstung und Gewalt – das Ergebnis eines vorgeblichen „Krieges gegen den Terror“, der selbst nur Terror ist, und der auf ganzer Linie gescheitert ist. Hunderttausende von Opfern nicht nur im Irak, in Libyen und Syrien, und keine Umkehr in Sicht?

In dieser Situation stellt die Bundesregierung, nahezu ohne nennenswerte öffentliche Kritik, die Weichen für weitere maßlose Aufrüstung: Der Rüstungshaushalt wurde in den letzen Jahren laufend erhöht auf heute 37 Milliarden Euro. Das war erst der Anfang, die jüngsten Ankündigungen auf der Münchner „Sicherheits“konferenz – 2% vom Bruttoinlandsprodukt – würden zu einer dramatische Steigerung führen, nämlich zur Verdoppelung der Militärausgaben auf über 70 Milliarden Euro. Gleichzeitig treibt vor allem Deutschland den Umbau der EU zu einer militärischen Großmacht an.

Dabei gibt der „Westen“ mit seinen Allianzen – EU, NATO und weitere Partner – bereits jetzt im Vergleich zur übrigen Welt ein Vielfaches für das Militär aus.

Über tausend Militärstützpunkte auf dem Globus stehen für militärische Machtpolitik …

… und fast alle gehören zum westlichen Machtbereich!
Angesichts dieser haushohen militärischen Überlegenheit kann jede weitere Rüstung nur als Drohung verstanden werden. Gegen wen sollen sich mögliche militärische Angriffe der NATO richten, welche „Terroristen“ sind als nächstes an der Reihe?

Die wachsende Konfrontation gegenüber Russland führt in eine Sackgasse. Der Truppenaufmarsch an der Grenze zu Russland, zusammen mit den zunehmend aggressiv angelegten Großmanövern, ist ein Spiel mit dem Feuer. Wir übersehen nicht die militärischen Reaktionen Russlands – die Notwendigkeit einer Verständigung ist offensichtlich!

Die heutigen Herausforderungen von Klimawandel, Umweltverschmutzung, Fluchtbewegungen bis – ja, auch Terrorismus, sind gerade nicht mit Militärpolitik und harter Konkurrenz zu bewältigen.

Die Bundesregierung unterstützt die türkische Regierung, die systematisch jegliche Opposition innerhalb wie außerhalb des Parlaments verfolgt. Ebenso verhängnisvoll ist die fortgesetzte Kooperation der Bundesregierung mit despotischen Monarchien wie Saudi-Arabien oder die skrupellose Unterstützung für repressive Putschregime wie Ägypten und andere. Die Beschwörung der „westlichen Werte“ und der Menschenrechte ist nur Heuchelei.

Die Rüstungsexporte sind Teil des Problems und gehören abgeschafft!

Asyl ist Menschenrecht, daran halten wir fest!

Auch um Fluchtursachen zu bekämpfen muss eine friedensorientierte Außenpolitik auf der Gleichberechtigung souveräner Staaten beruhen, statt auf der gegenwärtigen militärischen Machtpolitik.

Bei den Interventionen zu Syrien ebenso wie in der Konfrontation mit der Ukraine wurde fast nur auf Verschärfung statt auf mögliche Schritte zur Verständigung gesetzt.

Wir empören uns – eine Umkehr ist nötig!

Obwohl der Bundestag im März 2010 beschlossen hat, die Atomwaffen in Büchel abzuziehen, wurde inzwischen eine verantwortungslose „Modernisierung“ begonnen! Erschreckend, wie hierzulande wieder von Atombewaffnung gesprochen wird – eine Geisel der Menschheit, die gemeinsam abgeschafft werden müsste!

Die Politik der Militarisierung richtet nur Schaden an. Nirgendwo sind Verbesserungen für die Bevölkerung zu erkennen, ganz im Gegenteil: Geld und Ressourcen fehlen für die menschliche Entwicklung. Wir definieren menschliche Sicherheit so: Nahrung, Wasser, Wohnen, Arbeit, Bildung und Musik und Kultur. Daran müssen sich die Politiker messen lassen.

Aufrüstung und Sozialabbau sind zwei Seiten einer Medaille – Verschlechterungen bei Renten und übriger Sozialpolitik sind unfreiwillige Opfer für die Ansprüche der Bundeswehr, die durch nichts gerechtfertigt sind!

Die Regierung wird dabei von den meisten großen Medien „wie aus einem Munde“ unterstützt.

Dem entspricht deren auffällige Unterstützung des alten und des neuen Bundespräsidenten – beide, Gauck wie Steinmeier, setzten sich ausdrücklich für noch mehr Bundeswehreinsätze und damit Konfrontation ein – Nein, davon wenden wir uns ab.

Wir erinnern uns mit Respekt an einen Bundespräsidenten, an Gustav Heinemann, der tatsächlich mit seiner ganzen Persönlichkeit für Friedenspolitik eintrat. Vor allem ein Kernsatz ist gerade heute für uns die wichtigste Empfehlung:

„Jede Bundeswehr muss grundsätzlich bereit sein, sich um einer besseren politischen Lösung willen in Frage stellen zu lassen.“

Gleichzeitig berufen wir uns auch auf einen großen Aufklärer unserer Tage, Edward Snowden, unfreiwillig im russischen Exil. Er bringt es wiederholt in seinen Videobeiträgen auf den Punkt:

„Es reicht nicht, an etwas zu glauben. Wenn Ihr wollt, dass es besser wird, werdet Ihr Euch für etwas einsetzen müssen.“

In diesem Sinne rufen wir auf – macht mit beim Ostermarsch
München, Samstag, 15. April 2017, 11:00 Uhr vom Stachus zum Max-Josephs-Platz

Münchner Friedensbündnis
c/o Friedensbüro, Isabellastr. 6, 80798 München, Fax 089 2715917
friedensbuero@muenchner-friedensbuendnis.de


Bitte unterstützt den Ostermarsch und diesen Aufruf -> zum Unterstützer-Formular
für diesen Aufruf (Online-Liste Unterstützerliste in Kürze) hoffen wir bis zum Ostermarsch auf möglichst viele Unterstützungen!
Noch am Wachsen: der „Faktencheck“ zum Aufruf …

Flattr this!