In Radio Lora 92,4 Mi 2.11. ab 21h Gegensprechanlage mit Dr. Bernhard Schoßig

Kastanienblüte oktober Immer flotter scheint das Leben zu werden, mit immer neuen Apps und Geräten, Berufen und Geschäften. Der Konsum scheint uns anzutreiben, doch treiben wir auch einem dunklen Gefühl entgegen, es ginge nicht so weiter.

in unserer Biografie

finden wir eine Menge Geschichte, wenn wir sie ertragen können: Wo nicht, kommt sie als dunkle Seite im Alter wieder, braucht die emotionale Anerkennung und Einordnung, damit wir sie sein lassen können.

Psychoanalyse und Gestalt-Therapie

geschichtsarbeithaben sich die Aufgabe vorgenommen, uns mit den verdrängten Anteilen des Lebens in Kontakt zu bringen, damit wir sie emotional neu bewerten und einordnen können.

So, wie Sigmund Freud die Psychoanalyse startete, mit Couch und ähnlich einer Hypnose, die damals modisch war, als Klient frei assoziierend, bis aus dem tieferen Bewusstsein die alten Belastungen auftauchen und als überlebte Ängste und Bedrohungen einzuordnen sind.

Die Geschichte

war in den Schulen immer die Geschichte der herrschenden, komplizierter Verwandtschaften und Verwicklungen, zwangsläufiges Schlittern in Kriege,

nationales Rülpsen

beunruhigt uns heute, denn die Emotionen werden plötzlich feindlich aufgeladen, wenn es um die Lügen und „Verarschungen“ durch die Politik geht, ein Wort, das immer mehr für alles, was sich um NATO, Kriegsberichte und Interessen der Globalisierung für Banken und Industrie dreht.

Propaganda

Jede Werbung, die im Interesse einer Gruppe erfolgt, und da haben wir starke Gruppen: Parteien und Industrie-Verbände, die mit ihrem Lobbyismus das Parlament und die Regierung übernommen haben, die in Staatsmedien die Wortprägungen beherrschen …

Polizei und Politik

geschichtsarbeit„Mehr Stellen für die Polizei!“ Die intelligenteste Forderung der AfD hat ihr einen enormen Zulauf und eine unterschwellige Unterstützung durch einen großen Apparat eingebracht: Bis in die Geheimdienste sitzen sie, verknüpft in oberen Ebenen mit Ku-Klux-Klan und ähnlichen rassistischen und chauvinistischen Zirkeln, die von der Herrschaft der Weißen Rasse und den biblischen Familienmodellen weiter träumen wollen.

Sie haben gute Verbindungen: Kirchen und „Besorgte Eltern“, stoppen in Bayern auf dem privaten Dienstweg eine schon beschlossene Verordnung zur Sexualpädagogik in Schulen, weil sie beim Minister vorsprechen. Die Presse schweigt?

Sozialismus

Der Aufstand gegen die göttliche Ordnung des Adels- und Monarchie-Militarismus war vor gut 100 Jahren eine neue Denkrichtung, wie Anarchie als

Marxismus

versuchte die wissenschaftliche Logik des Umbau einer Gesellschaft zu entwickeln, und weckte, als „Gespenst“ bezeichnet, die Ängste der Besitzenden und Privilegierten.

Die Reaktion

fotografierevolution1918 organisierten sich Adel und die Besitzbürgerschaft sofort in der Thule-Gesellschaft, die in ihrem Inneren ein antisemitischer Geheimorden mit Schwert und Hakenkreuz war, in ihrer breiteren Organisation im Hotel „Vier Jahreszeiten“ eine Boykott- und Spitzel-Organisation gegen die Räterepublik aufbaute.

Mit einem Unterschriften-Stempel vom Rudi Egelhofer, dem Stadtkommandanten der Roten Armee Bayern (bzw. München) und Verbindungsleuten, die

Graf Arco auf Valley, von der neuen Republik in seinen Adels- und Offiziers-Privilegien angegriffen, hatte zu Weihnachten den Mehrheits-SPD-Mann Auer zu Gast, und erschoß am 21. Februar dessen USPD-Gegenspieler Kurt Eisner, der in den internationalen Völkerbund-Versammlungen die deutsche Kriegsschuld zugegeben hatte:geschichtsarbeit

(immerhin waren die Bayern und Preußen völkerrechtswidrig durch das  neutrale Belgien einmarschiert und hatten Flandern platt gemacht, weil Frankreich an der Rhein-Linie Befestigungen gebaut hatte, nach den Erfahrungen des Überfalls 1870/71, der Deutschland so einen schönen Aufschwung bereitet hatte …)

Völkerbund?

GeschichtsarbeitDer Vorläufer der UNO sollte der Vermeidung von Kriegen dienen, und ist heute in einigen Bereichen falsch besetzt, nicht finanziert und nicht ernst genommen, dabei haben wir sogar ein Recht auf Einhaltung der Menschenrechte von dort garantiert, bis in unsere Gerichtsbarkeit. Wenig ist davon zu lesen …

am 10.12. gibt es zum Tag der Menschenrechte in München an verschiedenen Orten etwas zu erleben:

Franzosenviertel?

Die Schlachtorte erinnern, wo unsere „Helden“ das Geld für den stolzen vierstöckigen Hausbau in Haidhausen, das bis dahin aus kleinen Handwerker-Hütten und Häuschen bestand, her geholt hatten. Nur der Bordeaux-Platz macht eine Ausnahme: Er erinnert an die Städtepartnerschaft, die in der langwierigen Versöhnung entstand.

Friedensengel?

Eine Siegessäule, eine Siegesgöttin, aber freundlicher bezeichnet: Sie krönt die mit französischem Geld finanzierte Isar-Verbauung, mit neuer Brücke und stolzen Anlagen, und die SPD war am 7. November 1918 hierher gezogen und nach Hause gegangen, während die USPD zu den Kasernen ging und mit den Soldaten zusammen im Mathäser den Arbeiter-Bauern und Soldatenrat zusammenstellte und die Republik ausrief.

Keine königlichen Beamten und -SPDler stellten sich dagegen, sie lasen erstaunt in der Zeitung, was die pazifistische USPD, die abtrünnigen und im Kriegstaumel abgewerteten Friedensleute auf die Beine gestellt hatten.

die Beständigkeit im Zusammenleben

In unseren Familien können wir – je nach Traditionen – eine Menge Geschichte nachvollziehen, und schnell entstehen auch Mythen der Erzählungen, die sich verweben, die in mehreren Familien vorkommen und immer wieder in Erzählungen anders zugeschrieben werden.

Wer damals lesen konnte, wer in die Schule gehen konnte, wer als Kind schon arbeiten musste: Am Sonntag gab es am Land noch die Sonntagsschule für Bauernkinder, Knechte und Mägde, wie alle normalen Schulen unter kirchlicher Schulaufsicht und Kuratell,

wer Flugblätter, Plakate und Zeitungen drucken konnte … und was davon inzwischen im Internet zu finden ist …

eine Frage für die Revolutionswerkstatt,  Mitte Januar bis Mitte Februar in der Sendlinger Kulturschmiede.

Einen Abend zur „anderen“ Münchner Geschichte gibt es schon am Sonntag 13.11. abends im EineWelthaus

Weitere Beiträge und Quellen

Robert Jungk: Von der jüdischen Jugendbewegung zur Atomstaat-Kritik

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