Leerstelle: Perlacher Tafel gefallen

Gefallene Tafel der Perlacher Ermordeten am Hofbräukeller

Die Gedenktafel am Wiener Platz für die dort von den Freikorps ermordeten Perlacher Handwerker und Sozialdemokraten an der Wand des Hofbräukeller-Biergarten war abgestürzt. Kurz bevor es 100 Jahre werden …

Die Geschichte

beschreibt Franz Kerscher ausführlich: perlach.hachinger-bach.de/downloads/Recherche_zum_Meuchelmord_an_Perlacher_Buerger.pdf

Einer, der sehr konkret im Kampf gegen die Räterepublik die Schuld an Blut und Tod auf sich geladen hat:

Robert Hell, lutherischer Pfarrer in Perlach,

hatte stolz seine „alldeutschen Befreier“ in sein Pfarrhaus eingeladen, doch als sie wieder in ein anderes Quartier abziehen wollten, bekam es seine Frau mit der Angst:

Was, wenn sich jetzt die „Roten“ an ihnen rächen würden?

Schnell stellten sie eine Liste der „gefährlichen Personen“ zusammen und die Freikorps-Soldaten gingen, sie zu verhaften.

Im Hauptquartier, dem Hofbräukeller am Wiener Platz, wurden sie in einen Kohlenkeller gesperrt, und ohne weitere Befragung erschossen.

Pfarrer Hell wurde in den ersten tendenziösen Prozessen der „bayrischen Ordnungszelle“ freigesprochen, seine Frau nicht einmal befragt, die beteiligten und mörderischen Soldaten wurden als Zeugen in einem Verfahren gegen „unbekannt“ gehört und freigesprochen.

Die Rätezeit ist der Beginn der harten Auseinandersetzungen und Propaganda, die in den bayrischen Unrechtsstaat nach der Rätezeit und in das faschistische Wachstum führen. Bis heute wirkt die Darstellung der Mächtigeren, die von den Nazis weitergeführt wurde, und nur wenige veröffentlichte Zusammenstellung machen die Zeit nachvollziehbar:

An den Quellen stehen die „Alldeutschen“ und Germanier, die dann auch die Thule-Gesellschaft aufbauen, die mit allen kriminellen Mitteln aus dem Hotel VierJahresZeiten die Räte bekämpft und Spione in die Ämter und Räte setzt.

Die 3. Räterepublik

versuchte sich noch militärisch zu wehren, doch war die Stadt bald durch die von der SPD-Regierung Ebert gedeckten Württemberger, Pressen etc und Werdenfelser eingekreist und die Versorgung abgeschnitten.

Die rote Armee

leerstelle Perlacher Gedenktafel Hofbräukellerlöste sich bald in einzelne Gruppen auf, eine friedliche Demonstration fand sich noch auf der Theresienwiese.

Die Freikorps wüteten

mit den Adressenlisten der Thule-Gesellschaft und den Denunziationen der Rechten: In allen Stadtteilen gab es Erschießungen, auch wenn unbewaffnete angetroffen wurden, „auf Verdacht“ oder „auf der Flucht“ erschossen.

Auch in der damals noch selbständigen Gemeinde Hadern gab es etliche Tote, die vor Ort im Sterberegister eingetragen wurden, eine weitere Gruppe von grausam ermordeten und zugerichteten Kolping-Gesellen, eine Theatergruppe von St. Josef, gab es am Karolinenplatz, wo es auch schon mal eine Gedenktafel gegeben hatte, die aber im Keller landete … ein geistig zurückgebliebener Soldat soll der Täter gewesen sein … und niemand von den Vorgesetzten verantwortlich.

Die russischen Kriegsgefangenen in einem Münchner Vorort sind noch eine bekannte Gruppe, und dann muss es eine Menge von Leichen in Stadelheim gegeben haben, darunter die geplünderte von Gustav Landauer, in der Residenz wohl nicht nur Rudi Egelhofer … durchaus eine städtische Aufgabe, einmal für Klarheit und Übersicht zu sorgen, und für angemessenes Gedenken in den Stadtteilen, auch wenn sich München da anstellt …

Die Siegerjustiz der Rechten

beschreibt auch der Sozialdemokrat (mehr bei der Mehrheit) und Honorarprofessor Philipp Loewenfeld, einer der damals wichtigsten Strafverteidiger, zeitweise auch für Erich Mühsam und Felix Fechenbach tätig, den er allerdings seinem Compagnon Hirschfeld an empfahl …

Loewenfeld beschreibt eine Szene im Polizeipräsidium, in der er die Einhaltung von Recht und Ordnung statt willkürlichem Standrecht einforderte … S.

und alle werden freigesprochen, oder zu lächerlichen Strafen verurteilt und dann schnell begnadigt.

wie auch reichsweit Emil Julius Gumbel, der jahrelang auch in Zeitungen schrieb über die „Vier Jahre politischer Mord“; Verlag der Neuen Gesellschaft; Berlin Fichtenau; 1922

Friedrich Hitzer; Der Mord im Hofbräuhaus; Unbekanntes und Vergessenes aus der Räterepublik; Röderberg Verlag Frankfurt am Main; 1981

Gedenktafel und Wandgestaltung

Im Bezirksausschuss Au / Haidhausen war schon die Neugestaltung der Wand besprochen worden, aber es wurde festgestellt, dass keine Kapazitäten für die Umsetzung vorhanden seien. Vielleicht kann ja zusammen mit dem Bezirksausschuss Perlach eine entsprechende künstlerische Neugestaltung angeregt werden?

der Hofbräukeller

ist im staatlichen Besitz, also der ganze Weg durch die Behörden …

Der Pächter?

machte auch durchaus Geschäfte mit der AfD, aber distanzierte sich dann, doch die AfD klagte sich ein …

Lutherischer Terror in Perlach

Recht und Politik in Bayern

 

Thule Gesellschaften enthüllen

 

 

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