Sarah Sonja Lerch war eine der Mitwirkenden in der USPD München, mit den Rüstungs-ArbeiterInnen im Januar 1918 den Streik zu diskutieren, nach dem klar geworden war, dass der Adel im Militär, der Kaiser und auch der bayrische König – und wohl auch Teile der kaiserlich-königlich zugelassenen Mehrheits-SPD den vor allem mit Aufrüstung, aber auch mit einem Überfall Frankreichs durch das neutrale Belgien gemeinsam voran getriebenen Weltkrieg mit Gebiets-Gewinnen zu beenden hofften.

Der Abend kommt so schnell

Sarah Sonja Lerch in den RüstungsarbeiterInnenStreiks in München

Brest-Litowsk hatte im Dezember 1917 Friedensverhandlungen erlebt, bei denen die Ansprüche klar zu Tage kamen, und der Waffenstillstand mit Russland sollte die Kräfte für einen neuen Angriff in Frankreich bündeln. Die international organisierten Arbeiter wollten mit dem Streik die Regierung zwingen, das ruchlose Morden zu beenden,  und in Berlin und Wien gingen zehntausende auf die Straßen. In München streikten 5-8 tausend ArbeiterInnen und Arbeiter, obwohl die Männer befürchten mussten, an die Front geschickt zu werden.

Kurt Eisner und Dr. Sarah Sonja Lerch, geborene Rabinowitz gehörten zu den ersten Verhafteten, die Monate lang in Untersuchungshaft blieben. Sarah Sonja Lerch starb am 29.3.1918 in Stadelheim, Kurt Eisner wurde im Oktober 1918 entlassen, weil er für die Nachwahl in den Reichstag kandidierte.

Ernst Toller und die beiden Landauer-Schwestern* Betty und Emilie, die in der USPD organisatorisch aktiv waren, waren früher entlassen worden, die USPD hatte dann etwa 400 Mitglieder.

Ausstellung Sarah Sonja Lerch 24.7.18

)* nicht verwandt mit Gustav Landauer, der wegen der schweren Grippe seiner Kinder erst im Januar aus Krumbach nach München kam, um Eisner in der „Volksaufklärung“ als Hochschulminister zu unterstützen.

Steckbriefe

Steckbriefe: Kurt Eisner und Genossinnen

Der kurze Traum vom Frieden

Der kurze Traum vom Frieden: Buchvorstellung

 

 

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